Gebäudebrand

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Einsatzort Details

Talstraße
Datum 06.05.2022
Alarmierungszeit 20:29 Uhr
Einsatzende 12:47 Uhr
Einsatzdauer 16 Std. 18 Min.
Alarmierungsart Funkmeldeempfänger
eingesetzte Kräfte

Stadtmitte 1
Stadtmitte 2
Löschzug Lachen-Speyerdorf
Löschzug Mußbach
Löschzug Süd
Löschgruppe Duttweiler
Löschgruppe Geinsheim
Löschgruppe Königsbach
Versorgungszug
Gefahrstoffzug
Facheinheit IuK
Medienteam
FW Haßloch
FW Speyer
FW Landau
FW Grünstadt
Brandeinsatz

Einsatzbericht

 

Abschlussbericht der Feuerwehr:

Großbrand in ehem. Papierfabrik Hoffmann & Engelmann

Kurz nach der Wiedereröffnung des Palmengartens im Schöntal musste die Livemusik nach kurzer Zeit wieder abgebrochen werden. Eine Rauchentwicklung sorgte für eine Evakuierung der ca. 180 Besucher.

In einer an den Palmengarten angrenzenden gewerblich genutzten Halle brach der Brand aus, entwickelte sich und griff auf die Dachkonstruktion sowie auf umliegende Bereiche über.

Aufgrund der einlaufenden Notrufe rückte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot zur Brandstelle aus. Auf der Anfahrt war bereits eine große Rauchentwicklung zu erkennen. Ebenso schlugen Flammen aus der Dachkonstruktion. Über zwei Brandabschnitte je einer von der Talstraße und vom Innenhof aus gingen die Wehrleute gegen den Brand vor. Hierzu setzte die Feuerwehr zwei Hubrettungsfahrzeuge und Einsatztrupps im Inneren des Gebäudes ein. Zur Sicherstellung des Löschwassers förderten die Einsatzkräfte aus dem Speyerbach im Innenhof und an der Achatmühle Wasser aus dem Speyerbach und zapften die Unterflurhydranten in der vorbeiführenden Talstraße an. Hierzu verlegten die Kräfte eine fast 3000 Meter lange Schlauchleitung zur Löschwasserförderung. Mit mehreren handgeführten Strahlrohren und drei tragbaren Wasserwerfer versuchten die Einsatzkräfte unter Atemschutz den Brand einzudämmen. Dies gestaltete sich schwierig, da zum Teil Wände eingerissen und Deckenverkleidungen entfernt werden mussten. Ein weiteres Hindernis war die enorme Verrauchung des Innenbereiches sowie die hohe gelagerte Brandlast und Gasflaschen. Durch die enorme Rauchentwicklung kam es zu einer Geruchsbelästigung bis fast an die Autobahn. Um hier großflächig Schadstoffmessungen durchführen zu können, war neben dem Neustadter Messfahrzeug auch Kollegen aus Grünstadt und Landau mit einem Messfahrzeug sowie die Speyerer Kameraden mit einem ABC Erkunder im Stadtgebiet unterwegs. Parallel ist die Bevölkerung durch Lautsprecherdurchsagen, der Feuerwehr, der Landeswarnapp MoWaS und Radiomeldungen zum Schließen von Fenstern und Türen und der Abschaltung von Klimaanlagen gewarnt worden. Die durchgeführten Messungen ergaben, dass es sich um keine gesundheitsschädlichen oder hochgiftigen Rauchgase handelt. Diese Warnmeldung der Bevölkerung konnte am frühen Samstagmorgen wieder zurückgenommen werden. Durch den kräftezehrenden Einsatz waren insgesamt 30 Einsatztrupps unter Atemschutz im Einsatzgeschehen. Zur Sicherstellung des hohen Verbrauches von Atemschutzgeräten und Flaschen unterstützten die Einsatzkräfte der Feuerwehr Haßloch mit dem Gerätewagen Atemschutz. Der Brand konnte kurz nach Mitternacht unter Kontrolle gebracht werden. Die Nachlöscharbeiten der Glutnester in den Zwischendecken und der Halle zogen sich bis kurz vor 12:45 Uhr hin. Die Koordination des Einsatzes wurde über den Einsatzleitwagen 2 (ELW 2) der Facheinheit IuK und im Hintergrund über die Feuerwehreinsatzzentrale abgewickelt.

Um genügend Platz für die aufwendigen Löschmaßnahmen zu bekommen, musste die Talstraße zwischen Neustadt und Lambrecht komplett gesperrt werden.

Zur Brandursache und zum entstandenen Sachschaden können von Seiten der Feuerwehr keine Angaben gemacht werden. In Spitzenzeiten waren fast 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei mit 62 Einsatzfahrzeugen im Einsatz. In der Hauptfeuerwache standen weitere Kräfte in wechselndem Rhythmus bereit, um den Brandschutz im Stadtgebiet sicherzustellen.

Durch den großen Wasserverbrauch aus dem Hydrantenetz kam es zur Störung in der Wasserversorgung, welche vom Bereitschaftsdienst der Stadtwerke behoben wurde. Ebenso war die Bereitschaft von der Strom- und Gasversorgung an der Brandstelle.

Durch die starke Qualmentwicklung führte das Deutsche Rote Kreuz bei den Besuchern der Eröffnungsparty und weiteren Personen ein medizinischer Check durch, eine davon musste wegen Rauchgasintoxikation in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

 

Update Pressemeldung der Stadtverwaltung, 07.05.2022 08:00 Uhr:

Nach Großbrand in der Talstraße: B 39 wieder frei

Durch einen Großbrand im Westen des Stadtgebiets von Neustadt an der Weinstraße gab es in der Nacht auf Samstag, 7. Mai, Geruchsbelästigungen durch Rauchgase. Nach Messungen der Feuerwehr bestand jedoch keine erhöhte Gesundheitsgefahr. Die B 39 war gesperrt, ist nun aber wieder befahrbar. 

Die Aufrufe, Fenster und Türen geschlossen zu halten, wurden am frühen Samstagmorgen zurückgenommen. Aufgrund des Feueres in ehemaligen Fabrikhallen am Stadtausgang in der Talstraße zogen ab Freitagabend Rauchschwaden durch das Stadtgebiet. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand jedoch nicht.

Die aufgrund des Löscheinsatzes notwendige stundenlange Sperrung der B39 (Neustadt - Lambrecht / Kaiserslautern) konnte erst nach 7 Uhr wieder aufgehoben werden.

 

sonstige Informationen

Einsatzbilder